Mehr Information zu Waschmittelchemie
und die chemische Belastung des Abwassers:
Der Enthärter ein Zusatz im Waschmittel
Unter Enthärter oder Wasserenthärter versteht man umgangssprachlich chemische Substanzen, welche die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen des Wassers (Wasserhärte) zu binden vermögen.
Diese Härtebildner spielen eine Rolle bei der Schmutzhaftung, und sie behindern die schmutzlösende Wirkung von Tensiden, z.B. durch Bildung unlöslicher Verbindungen (bekanntester Fall ist die Ausfällung von Kalkseifen).
Es werden zwei Prinzipien bei Enthärtern realisiert:
- Die Bindung über Ionenaustauscher. Sie geschieht entweder im Rahmen
einer vorgeschalteten Wasseraufbereitung mittels synthetisch-organischer
Austauscherharze oder durch anorganische Festkörper mit Schicht-
oder Käfigstrukturen, in denen bewegliche Natriumionen gegen die
Härtebildner ausgetauscht werden können.
Der erste Fall ist technisch in Spülmaschinen, aber auch bei der gewerblichen Wäscherei verwirklicht, während in Haushalts-Waschmaschinen Enthärter der zweiten Art Einsatz finden, und zwar weltweit fast ausschließlich als Zeolith A, das Rezepturbestandteil pulverförmiger Waschmittel ist und im Gegensatz zu den stationären Austauscherharzen nach jeder Wäsche ins Abwasser gespült wird.
- Das andere Enthärter-Prinzip wird durch Komplexbildner repräsentiert.
Bekanntester Vertreter ist das Phosphat, welches aber wegen der Eutrophierungs-Problematik
weltweit immer mehr durch Phosphatersatzstoffe wie Citrat und Nitrilotriacetat
substituiert wird. Zeolith A und die Komplexbildner gehören zu den
sog. Gerüststoffen, einer der Wirkstoffgruppen in Wasch- und Reinigungsmitteln.
Solche konfektionierten Enthärter bestehen in der Regel aus mehreren Wirkstoffen, nämlich Zeolith A, Citrat und Polycarboxylat. Daneben finden sich häufig geringere Mengen an Tensiden sowie Silikate, Soda und Glaubersalz. Wobei größere Anteile von letzterem wegen unnötiger Abwasserbelastung abzulehnen sind.